Literarische Beispiele
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Ein Beispiel dieser indirekten Schreibweise findet man in Christa Wolfs Dem geteilten Himmel. Wie schon gesagt war die Darstellung oder Diskussion von "Republikflucht" tabu. Um sich nicht mit dem verbotenen Thema der Republikflucht zu beschäftigen, erwähnt Wolf die Tatsache, dass Manfred, der Freund der Protagonstin Rita, nach Westberlin geflohen war, eher indirekt. Der Arzt fragt Ritas Mutter, ob es einen Mann in Ritas Leben gebe. Darauf antwortet die Mutter, dass der frühere "schon ein halbes Jahr weg [ist]. Weg? fragte der Arzt. Nun ja: Abgehauen, Sie verstehen" (Wolf 7). In der Erzählung ist Manfred ein sehr wichtiger Charakter. Er ist eine der Hauptfiguren und ist ein skeptischer Intellektuelle, der sich kritisch gegenüber dem Sozialismus erhält. Normalerweise sollte so ein Mensch nicht im Vordergrund stehen, oder nur als Feind dargestellt werden, aber Manfred und die Hauptfigur, die an den Sozialismus glaubt und am Ende die Heldin ist, liebten einander. In der Erzählung wurde auch ein sehr wichtiger Punkt hervorgehoben. Das Problem, das viele Schriftsteller in der DDR hatten, war nicht, dass sie gegen den Sozialismus waren. Die meisten waren "überzeugte" Sozialisten. Das Problem war, dass der real existierende Sozialismus mit dem Ideal, das in den Werken von Marx und Engels beschrieben wird, nicht identisch war. Dieser nicht ideologietreue Sozialismus wurde durch die Figur des Dogmatikers Mangold in der Geschichte thematisiert. Mangold steht für den harten politischen Kurs der stalinistischen fünziger Jahre. Das Verlangen nach dem theoretisch existierenden aber nie realisierten Sozialismus gibt es auch bei Plenzdorf. In seinem neuen Leiden des jungen W. sehnt sich Edgar nach einem idealisierten Kommunismus, aber nicht die Ausführung davon, die es in der DDR gab. In anderen literarischen Werken gibt es auch andere verbotene Themen, die als staatsfeindlich galten. Ein Beispiel dieser literarischen Opposition der DDR gibt es, wenn die Hauptfigurin Karin in Volker Brauns unvollendeter Geschichte ihre Meinung über die Politik äußert. Sie sagte "Sich politisch entwickeln hieß nicht gleich, sich menschlich entwickeln" (Braun 81). In der Geschichte werden Widersprüche zwischen dem real existierenden Sozialismus und dem ideologietreuen Sozialismus hervorgehoben. In der Geschichte muss Karin in den Betrieb. Das wird als Strafe dargestellt und in der Geschichte als Strafe gesehen. In dem sozialistischen System soll der Arbeiter das wichtigste Gesellschaftsmitglied sein, aber in dem real existierenden System wird die Arbeit im Betrieb als Strafe angesehen. In Karins Traum am Ende der Geschichte geht es eigentlich nur um die Probleme in der DDR. Der Traum findet im Betrieb statt. Der Betrieb wird in einen Gerichtssaal verwandelt. In ihrem Traum schlägt die Arbeiterin dem Kaderleiter in die Fresse. Der Redakteur muss als Strafe alles ehrlich berichten. Selbstverständlich täte er das in Wirklichkeit nicht. Auch in Kerstin Hensels Tanz am Kanal gibt es Aussagen gegen den Staat. Der Vater spricht öfter öffentlich gegen den Staat. Es wird öffentlich gesagt, dass der Vater und Onkel Schorsch "die Russen hassen" (Hensel 30). Auch bei den Vorbereitungen der Familie auf die Feier bei sich, sind einige nicht sozialistische Merkmale vorhanden. Gabriela soll auf die Einladungskarten etwas zeichnen, aber ihr wird gesagt, "bloß keinen roten [Stern]." Und "Parteibonzen, Assistenzärzte, Schwestern, und Familie," also in einer sozialistischen Gesellschaft hoch angesehene Menschen werden nicht eingeladen (Hensel 41). |
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