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DDR Verfassung

Nachdem die zweite Verfassung im Jahre 1967 eine Mehrheit von 94,5% Stimmen in einem Volksentscheid bekam, wurde sie am 26. März 1968 erlassen. Sie enthält unter anderem:

-Regierung der arbeitenden Klassen und ihrer Marxist-Leninistischen Partei. (Artikel 1)

-neuer Grundsatz der Volkssouveränität: alle Autorität würde den Arbeitern verliehen, mit dem Ziel den Sozialismus zu vollenden. (Artikel 2)

-Die Verpflichtung der DDR, den Grundsätzen des sozialistischen Internationalismus zu folgen und besonders auf die freundliche Beziehung zur UdSSR zu beachten. (Artikel 6)

-Die Anerkennung dass die Grundrechte der Bürger auch mit übereinstimmenden Verpflichtungen verbunden sind. (Artikel 21)

-Gestaltung nach dem Grundsatz des demokratischen Zentralismus (Artikel 47).

Demokratischer Zentralismus bedeutet, dass es eine Wahl für jede Schicht der politischen Struktur gibt, aber jede Schicht wird von der nächst höheren Schicht beherrscht. (Keefe 155, Sontheimer 43) Die Zusatzartikel wurde am 27. September 1974 von der Volkskammer erlassen, ohne dass die Öffentlichkeit am Anfang etwas darüber wusste; die Veränderungen wurden gerade vor der 25. Jahresfeier der DDR veröffentlicht. Die neue Artikel 1 erklärt die DDR zum Arbeiter- und Bauernstaat, im Vergleich zur früheren Version, die nach der Wiedervereinigung Deutschlands auf einer Grundlage der Demokratie und des Sozialismus richtet. Die neue Artikel 6 erklärt die DDR als immer und unwiderruflich mit der UdSSR verbunden. Der Ministerrat bekommt durch die neue Verfassung Autorität für die Staatspolitik und wurde als die regierende Macht bestimmt, während der Staatsrat, der zur Zeit Ulbrichts verstärkt geworden war, zum großen Teil seine Autorität verliert. (Keefe 155) 

Nationale Front

Am 14.7.1945 hatte die SED (aus der Einigung der KPD und der SPD entstanden), sich mit der CDU und der LDPD in einem Block der antifaschistisch-demokratischen Parteien zusammengeschlossen. Wegen der Politik der SMAD (Sowjetische Militäradministration in Deutschland) hatte die SED die Führungsmacht, während die anderen Parteien ihre "Selbständigkeit" behielten. 1948 fand die Aufnahme der DBD, des FDGB und der NDPD (National-Demokratische Partei Deutschlands) statt. Spätere Mitglieder waren auch die FDJ, der DFD (Demokratische Frauenbund Deutschlands), und der KD (Kulturbund der DDR). Die NF wurde als Verbindung zwischen dem Staat und der Gesellschaft gedacht, die dazu dienen würde, den Unterschied zwischen sozialen Schichten zu vermindern und sozialer Homogenität herbeizuführen.

Neues Ökonomische System (NÖS)

Wegen der Schwäche der Ökonomie in den 60er Jahren bemerkt die DDR-Regierung, dass der Staat ein neues ökonomisches System brauchte. Der Erfolg der 50er Jahre, besonders das große Wachstum von 1958-9, hatte einen optimistischen Siebenjahrplan entstehen lassen, der aber in den 60er Jahren aufgegeben werden musste, um ökonomische Schwierigkeiten zu beseitigen. (Das Wachstum fällt von einem Höhepunkt von einem 12 Prozent im Jahre 1959, bis 6,2 Prozent im Jahre1962). Die Grundsätze des NÖS waren Bestimmung der notwendigen Produktionszahlen sowie Preise durch eine zentrale Autorität und die staatliche Kontrolle der ökonomischen Tätigkeit im Außland nach dem ökonomischen System der UdSSR. Obwohl die Wirtschaft noch durch den Staat kontrolliert wurde, gab es unter dem NÖS größere Freiheit für die Industrie. Das neue System förderte die Schaffung von Vereinigungen Volkseigener Betriebe (VVB), die die Betriebe, die auf den gleichen technischen Gebieten arbeiteten, vereinigten. Es gab mehr als achtzig VVB insgesamt, und nur Lokalbetriebe wurden nicht von ihnen eingeschlossen. Während die zentrale Autorität die Produktionsziele bestimmte, dürften die VVB für sich selbst Entscheidungen über den Gebrauch von technologischen und finanziellen Mitteln treffen. Das NÖS förderte auch die Annahme von Mitgleidern in die SED, die technische Fähigkeiten besassen. Technische Kenntnisse und ideologischer Standpunkt, wurden wichtig, wenn man eine Stellung in der Partei wollte.

Sowjetische Besatzungszone (SBZ)

Die SBZ ist ein Teil von Deutschland, der nach der 1945er Kapitulation von sowjetischen Truppen besetzt wurde. Diese Zone entsprach nicht dem durch die sowjetischen Truppen eroberten Gebiet Deutschlands, sondern sie entstand auch aus Gebieten, die von amerikanischen und britischen Truppen erobert wurden (z.B. Teile von Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt). Die Demarkationslinie zwischen der SBZ und der britischen und amerikanischen Zone wurde zur Grenze zwischen der DDR und der BRD. 

Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) 

Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) wurde 1946 gegründet. Sie entstand aus einer Zwangsvereinigung der SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) mit der KPD (Kommunistische Partei Deutschlands). Um zu versichern, daß die Wahlen von den Kommunisten gewonnen würden, zwang die UdSSR die SPD sich mit der KPD in eine Partei zu verbinden. Während einer Parteikonferenz am 21. und 22. April 1946 wurde die SED offiziell gegründet. Obwohl die DDR offiziell ein Vielparteiensystem hatte, waren die anderen vier Parteien -- die DBD (Demokratische Bauernpartei Deutschlands), CDU (Christlich-Demokratische Union), LDPD (Liberal-Demokratische Partei Deutschlands), NDPD (National-Demokratische Partei Deutschlands) -- sogar zusammen zu schwach, um den Einfluß der SED zu dämpfen. 

Stalinisierung

Wegen Tito und des Auferstands der Kommunisten in Yugoslawien wollte die kommunistische Partei in der UdSSR ein verstärktes Verhältnis zu kommunistischen Parteien im Ausland etablieren. Die SED war deswegen im Jahre 1948 zur marxistisch-leninistischen Partei geworden. Die Veränderungen innerhalb der Partei ergaben sich aus der erzwungenen Differenzierung der Partei. Es gab verschiedene Schichten von Mitgliedern; eine Aneignung der Gestaltung und Grundsätze der sowjetischen kommunistischen Partei; das Setzen des Schwerpunkts der Partei auf die Industrie; eine Entscheidung gegen die Sozialdemokratie; die Anerkennung der leitenden Rolle der UdSSR und ihrer kommunistischen Partei; ein strenges Klassenbewußtsein innerhalb der Partei; die Rolle der SED als Schützer der Arbeiterschaft und ihre führende Rolle in jeder Organisation (Sontheimer, Bleek 53). Dieses Geschehnis wurde im Westen Stalinisierung" genannt. Die Partei wurde „gesaubert": eine Parteikommission untersucht „unzuverlŠssige" Mitglieder, um den die zentrale Stelle der Arbeiter in der Partei zu versichern. Es gab deshalb eine große Mehrheit der Kommunisten gegenüber den Sozialdemokraten. 

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