ALTER MARKT
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| Der Alter Markt war früher der Hauptplatz von Köln. Fanny Lewald, eine Schriftstellerin des vorigen Jahrhunderts, verglich den Alter Markt mit der Piazza Navona in Rom. Heute möchte man fast meinen,daß dies zu viel der Ehre war. Alte Abbildungen zeigen zudem, daß auf diesem Platz nicht nur das prunkvolle Amusement von Kaiserbesuchen seine Arena hatte, daß hier nicht nur das Marktleben in seiner ganzen Fülle zu Hause war. Gewissermaßen unter dem Schutz des Rathausturms stand hier der Kölner Pranger und das Drillhäuschen. | Vor der römischen Rheinmauer
lag die Altermarktgegend. Das Wasser des Rheinhafens plätscherte hier
noch zu den Zeiten Trajans und Constantins. Allerdings versandete der Hafen
mit Ende der Römerzeit immer mehr. Um 900 bis 1000 wurde der Morast
trocken gelegt, und die Gebäude für den Warenumschlag, die es
vorher schon auf der Rheininsel vor der Römerstadt gegeben hatte,
wuchsen sich allmählich zur Randbebauung eines langgestreckten Marktplatzes
aus.
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| Häusernamen
Der ganze Kosmos, Zoologie
und Mythologie, war einst in den Hausnamen um den Alter Markt versammelt.
Nr. 1/3 hieß "Zum Luchs", Nr. 7 "Zu den sieben Sternen", Nr. 9 "Zum
Falken", Nr.11 "Zum heiligen Geist", Nr. 17 "Zur Blomen" und so weiter
bis Nr.77 "Zum Einhorn".
Der "Alte Markt" ist ein regelmäßiges
Oblongum, nur leider etwas schmal, doch hat er ein ganz munteres und heiteres
Aussehen, und gehört überdies zu den lebendigsten Gegenden dieser
Stadt. Viele seiner Häuser sind sehr alt, viele aber auch erneuert,
und manche recht hübsch, aber mit den aufstehenden Mauern nach österreichischer
Weise, welche die spitzen Giebeldächer verstecken, und einen oft glauben
machen, es sei ein italienisches Dach dahinter ; manche laufen indessen
spitz wie eine Bischofsmütze zu, und haben oben die Böden mit
Holzluken, nach der Weise unseres Landes. Hier sieht man Häuser von
drei, vier, fünf Stock. Hierbei muß ich bemerken, daß
seit den Niederlanden der untere Stock wieder bewohnt wird, und nicht bloß
zu Buden und Werkstätten verdammt ist. Auf der Mitte des Platzes hat
man Bäume gepflanzt, um der Promenade Grün zu verschaffen.
Die Westfront des Alter Markts
wird vom Rathaus beherrscht. Das alte Rathaus am Alter Markt war ein Ensemble
von nach und nach hierzu erworbenen mit einem Mittelteil, der zuletzt in
den Formen von Raschdorffscher Neurenaissance überarbeitet war, im
Inneren aber köstliche Säle (Weißer Saal, Muschelsaal,
Schlachtensaal) enthielt. Unter den Büros des Oberbürgermeisters
befand sich eine Feuerwache. Im Zweiten Weltkrieg wurde die ganze Herrlichkeit
in einen Trümmerhaufen verwandelt. Der Neuaufbau des Rathauses nach
Plänen des Architekten Karl Band (1970/77) geriet kubisch-monumental
mit einem nach der Fertigstellung von der Kritik angekreidetem Imponiergehabe
übertrieben mächtiger Granitpfeiler und wuchtiger Balkonbrüstung
aus gegossener Bronze.
So pompös diese Platzseite im Rathausteil ausgefallen ist - die Bürgerhäuser daneben sind unzulängliche Simplifikationen früherer Alter-Markt-Architektur -, so kontrastreich ist das Gegenüber. Das schlanke Doppelhaus "Zur Bretzel" und "Zum Dorn", Renaissance von 1580/82 des Meisters Benedikt von Schwelm, erinnert an einstige Herrlichkeit. Daneben ist das Haus "Em Hane" in konsequent moderner Linienführung, jedoch im alten Maßstab errichtet worden. Bauherr Jupp Engels hat das Bauwerk des Architekten Hans Spiertz durch zahlreiche künstlerische Beigaben von der Hand Ewald Matares bereichert. Wichtige Personen aus dem Text: Arndt, Ernst Moritz (1769-1860), deutscher Patriot, Schriftsteller, Publizist und Professor. Arndt wurde am 26. Dezember 1769 in Groß Schoritz auf der Insel Rügen geboren. Er studierte an den Universitäten Greifswald und Jena. Mit seiner Schrift Versuch einer Geschichte der Leibeigenschaft in Pommern und Rügen (1803) trug er entscheidend zur Aufhebung der Leibeigenschaft in Vorpommern bei. Als Napoleon 1806 in Preußen einfiel, veröffentlichte er den ersten Band seines patriotischen, antinapoleonischen Werkes Geist der Zeit (drei weitere Bände 1809-1818), woraufhin er nach Schweden ins Exil fliehen musste. Er ergriff weiterhin leidenschaftlich Partei für die politische Einheit Deutschlands und gegen Napoleon, z. B. mit seinen patriotischen Liedern für Teutsche (1813) und der Flugschrift Der Rhein, Teutschlands Strom, aber nicht Teutschlands Grenze (1813). 1812 bis 1815 war Arndt Privatsekretär des Reichsfreiherrn von Stein und 1818 bis 1820 Professor für Geschichte in Bonn, wurde allerdings wegen seiner politisch unerwünschten Ansichten suspendiert. Erst mit der Thronbesteigung des liberalen Friedrich Wilhelm IV. im Jahr 1840 wurde Arndt rehabilitiert und konnte wieder als Professor wirken. 1848/49 war er Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung , schloss sich dem rechten Zentrum an und trat für einen einheitlichen deutschen Nationalstaat unter preußischer Führung ein. Arndt starb am 29. Januar 1860 in Bonn. "Arndt, Ernst Moritz", Microsoft® Encarta® 99 Enzyklopädie. © 1993-1998 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. Trajan, mit vollem Namen Marcus Ulpius Traianus , (53-117), römischer Kaiser (98-117), der erste Adoptivkaiser im Römischen Reich. Trajan wurde in Italica (beim heutigen Sevilla, Spanien) geboren; seine Familie stammte vermutlich aus Rom. Unter den Kaisern Titus und Domitian nahm Trajan an den Feldzügen in Spanien, Syrien und Germanien teil. Er zeichnete sich als Feldherr aus, stieg 91 zum Konsul auf und wurde dann Statthalter von Obergermanien. 97 adoptierte ihn Kaiser Nerva und ernannte ihn zum Mitregenten. "Trajan", Microsoft®
Encarta® 99 Enzyklopädie. © 1993-1998 Microsoft Corporation.
Alle Rechte vorbehalten.
Erlebnisbericht Heute ist der Alter Markt ein genauso lebendiger Platz wie damals. An der Seite hinter dem Rathaus findet man Geschäfte und Restaurants. Die Statue in der Mitte des Platzes ist ein beliebtes Touristenziel. Zur Zeit wird in der Nähe des Alter Markts gebaut so dass ein Kran das Panorama stört. Hier und dort sieht man noch ein paar Bäume, welche damals gepflanzt worden sind. Im Großen und Ganzen ist der Alter Markt ein schöner Platz, der rühig zu einem der schönsten in Köln gezählt werden kann. |
