Der Patriotismus
Gleichzeitig
mit dieser Entwicklung eines liberalen Bewusstseins entwickelte
sich auch ein neuer deutscher Patriotismus. Als eine direkte Reaktion
gegen die Fremdherrschaft Napoleons (und von dem Patriotismus
in Frankreich inspiriert) erschienen die ersten deutschen Burschenschaften, die Gemeinschaften
von Studenten waren. 1816 wurde in Jena die erste Burschenschaft
gegründet. Nicht ein Jahr später fand das Wartburgfest
der Burschenschaften statt. Hier trafen sich fast 800 Burschenschaftler
auf der Wartburg, um an die Völkerschlacht bei Leipzig zu
denken (Hertz 92). Obwohl die Ziele dieses Treffens nicht so radikal
waren, verwandelte es sich schnell in einen zornigen Protest gegen
alles, was als anti-deutsch gesehen werden konnte (Hertz 92).
Da viele gewalttätige Ereignisse von dieser Demonstration
beeinfluß wurden, wie der Mord des bekannten Schriftstellers
August von Kotzebue, bekamen die Große-mächte
mehr Angst vor den Burschenschaften. Um solche Bewegungen abzuschaften,
trafen sie sich geheim, ohne die liberaleren Staaten des Bundes,
um eine Entscheidung darüber zu treffen, was mit den Burschenschaften
zu tun sei. Was aus dieser Konferenz stammte, waren die Karlsbader
Beschlüsse. Insgesamt versuchten die Karlsbader Beschlüsse,
die 1819 in Kraft trafen, alle Zeichen von dem deutschen Liberalismus
und die Bewegungen um neue liberale Verfassungen zu ünterdrücken
(Brose 91). Metternich, der der Leiter dieser Unterdrückung
und des folgenden Konservatismus des deutschsprachigen Raumes
war, glaubte, dass die Bewegungen keine große Wirkung haben
könnten, wenn sie ihre Ideen nicht dem Volk mitteilen konnten.
Deshalb musste fast alles, was geschrieben wurde, unter die Kontrolle
des Zensors kommen (Günther-Arndt 31). Dann fing die Zeit
des Konservatismus an.
Der Konservatismus wurde aber nicht nur von Metternich
benutzt. Sondern der König von Preussen, Friedrich Wilhelm
III., gebrauchte auch viele gewaltätige Formen der Zensur
(Brose 151). Er war aber auch klug genug, andere politische Mittel
zu benutzen, so dass seine Macht nicht so bedrückend aussah.
Beide seine Bemühungen hatten den Erfolg, dass sie das Misstrauen
des Volkes steigertn.
Die Ziele des Konservatismus Metternichs waren aber
nicht nur Revolutionen zu ünterdrücken. Zusätzlich
wollte er das "Gleichgewicht" Europas und dadurch das
Frieden Europas zu sichern (Rickett 103). Während seines
Wiener Kongresses versuchte er, diese Stabilität zu bilden,
weil er niemanden an der Spitze eines Landes wollte, der zu viel
Macht bekommen könnte. Deshalb wäre ein Verwandter von
Napoleon auf einem Thron in Deutschland sehr gefährlich,
weil es eine starke Verbindung zwischen einem kleinen Staat wie
Baden und einer der größten Mächte, nämlich
Frankreich, bilden, und deswegen das Gleichgewicht Europas zerstören
konnte. Metternich war der Meinung, dass jede Zerstörung
des Gleichgewichts in Europa wieder eine Zeit des Chaos und Krieges
bringen werde (Rickett 130).
Was hier interessant zu bemerken ist, ist, dass viele
Historiker glauben, dass eine Revolution zu dieser Zeit in Deutschland
fast unmöglich und gar nicht wahrscheinlich war, weil das
Volk in Realität nichts mit den Bewegungen zu tun hatte.
Im Gegensatz zu England oder Frankreich gab es zu dieser Zeit
keine "echte" Volksstimme. "Das Volk", vor
dem Metternich und die anderen Mächte Angst hatten, existierte
damals nicht als eine politische Macht. Die Menschen hatten nicht
genug Zeit (oder Interesse), eine echte Revolution zu führen
(Hertz 126). Deswegen waren die reaktionären Gesetze Metternichs
nicht nur repreniv, sondern auch fast unnötig.
Nächste
Seite
Zurück
|Deutsch 325 Homepage|
| Einleitung
| Kaspar
| Französische Revolution | Liberalismus
| Kunst |
|Works Cited|