Peter Härtling (geb. 1933)
 
Kaspar Hauser (1987)
 
Eine Liebste
möchte er,
die seinen Mund
bewohnt
und aus ihm spricht.
Damals, als sie ihn
blindgemacht,
ersann er Blumen,
die's nicht gibt.
Jetzt hat er sie
für sie gemalt.
Sprich, bittet er,
sprich mich,
wohn dich in mir ein
und ändre mich:
Einer Prinzessin stellen
sie nicht nach.
Dann singt er
wie sein Holzpferd sang
in dem Verlies,
in dem er sich vergaß.
Bevor der mit dem Messer
aus dem Schatten tritt
und stößt,
und er
--wohin auch?--
fliehen will,
den Mund voll
Blut.