Zum Schluss...
War die DDR ein Land, das zum Scheitern verurteilt war?
Schliesslich muss man sich fragen ,,War die DDR ein Land, das zum Scheitern verurteilt war?" Feinstein beantwortet die Frage: ,,The film's [Spur der Steine] banning was no isolated event but closely linked to the fate of the reform discussions in the GDR" (Feinstein, 204). Der 11. Plenum des ZK der SED und dessen Beschlüsse bestimmte das Schicksal der DDR:
over the course of the following year [1966], eleven films were banned or broken off during advanced stages of production. For these reasons,some scholars regard the plenum as a defining moment in the history of East Germany (Feinstein, 204).
Man kann eine gewisse Konsequenz beobachten, indem die Filme sich mit dem Progress der Zeit immer mehr auf Individualismus konzentrieren. Während es sich in Spur der Steine um eine ganze Menge von Menschen handelt, und Berlin Ecke Schönhauser auch das Leben mehrere Individuen darstellt, spurt man in den Filmen von den 70er und 80er eine gut ausgeprägte individualistische Note. In dem Film Paul und Paul wurde die Thematik einer Beziehung behandelt, wo die Freiheit der Frau im Mittelpunkt steht. Der Film Solo Sunny, der später produziert wurde, spricht die Gesellschaft nur dazu an, um das Leben von der Hauptdarstellerin zu erklären. Deswegen kann man sagen, dass in der Entwicklung einiger DEFA Filme der Individualismus neue Horizonte ständig findet. 

Beschreiben die Filme eine Realität, die das Land zum Scheitern verurteilt? Die Antwort wäre eher "Ja" aus dem einfachen Grund, dass die Wirklichkeit, die in den Filmen gespiegelt wurde, kaum Platz für persönliche Freiheit lässt. Das bedeutet nicht, dass es keine starke Persönlichkeiten gibt. Ganz im Gegenteil- Frauen wie Paula von Die Legende von Paul und Paula und Solo Sunny von dem gleich genannten Film, bringen Respekt mit ihren aussergewöhnlichen Kraft hervor, die Schwierigkeiten zu überwinden. Sie besitzen einen schwer zu greifenden Mass an Selbständigkeit, die es ihnen erlaubt, sich gegen die Gesellschaft zu widersetzten. 

Was problematisch zu finden ist ist die Bemerkung, dass die starke Persönlichkeiten ein Ausnahme im Sozialismus sind. Man bekommt den Eindruck, dass alle die NebendarstellerInnen in den Filmen dazu dienen, das Leben von den HauptdarstellerInnen zu komplizieren. Die Labyrinthe des sozialistischen Systems verwickelt die kleinen Figuren der HauptdarstellerInnen in Probleme von existenzieller und alltäglicher Herkunft, wobei die Realität wie ein Gefängnis das persönliche Leben begrenzt und unterdrückt. 

Die alltäglichen Probleme sind einfach zu differenzieren. Die Filmfiguren wohnen in hässlichen Plattenbauen, mit kleiner Wohnfläche. Die Nachbarn folgen ihnen auf jedem Schritt und Tritt: vielleicht werden sie etwas Unakzeptiertes begehen, und dann könnten die Nachbarn darüber berichten. Entweder arbeiten die HauptdarstellerInnen, wie Solo Sunny und Paula, in dreckigen Arbeitsplätzen, wo ihr Wert als Individuen kaum in Frage kommt, oder besitzen sie einen gutbezahlten Platz, wie Paul, wo man sich der Erwartungen der Umgebung eignen muss, um das Job zu behalten. Und die Erwartungen sind nicht nur beruflich, sondern auch persönlich, z.B. er soll eine gutaussehende Frau haben, keine Scheidung ist in dem sozialistischen Kollektiv gut angesehen. 

Die existenziellen Probleme kommen Hand in Hand mit den alltäglichen Problemen, da sie von ihnen beeinflusst werden. Solo Sunnys grösster Traum ist, eine Sängerin zu sein, die das Publikum mit ihren Songs berühren kann. Anstatt Anerkennung bekommt sie spottende Blicke der Männer in Lokal, oder sogar schlechter- servile Einladungen für ein Flirt. Wenn sie nicht mit den Männern schlafen möchte, ist sie auch als ein Individuum und Sängerin nicht anerkannt. Sie verfolgt ihren Traum, aber es scheint, dass die Wirklichkeit, diesen Traum zum Scheitern verurteilt hat- erst Scheidung, dann Betrug, dann Selbstmord. Ähnlich geht es Paula, deren Traum ist, eine Familie zu gründen. Dieser Traum scheitert auf die möglich schlechteste Weise. Nicht nur verliert Paula ihren kleinen Sohn in einem Unfall, sondern sie verliert ihr eigenes Leben, als ob ihr Traum zu viel für die sozialistische Realität wäre. Beide HauptdarstellerInnen kippen unter der Hürde der Wirklichkeit. 

Die tragische Lebensweise beiden Frauen lassen einem keine Hoffnung für Verbesserung. Selbst wenn Paula nicht gestorben wäre und Solo Sunny ein neues Job gefunden hätte, bleibt etwas Abnormales und Fundamentales in dem sozialistischen Umgebung, das die individualistische Selbstverwirklichung verhindert. 

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